‘MY GOD RIDES A SKATEBOARD’ – Theater? Für wen eigentlich?

Was macht dein Gott?

flüssig machen, was flüssig gehört
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Am Anfang standen 3 Monate intensiver Gespräche in Gruppen von 3 bis 30 Personen. Mittlerweile hat sich daraus eine künstlerische Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Nationaltheater und einer Vielzahl von ursprünglich dem Theater fremden Menschen entwickelt. Menschen, die zum Teil verschiedener nicht sein könnten, haben sich gemeinsam in einen
kreativen Prozess begeben. Was sie alle verbindet, ist die Bereitschaft, einen Teil ihrer ganz
persönlichen Sicht auf Weimar und die Welt beizusteuern. Man hat gemeinsam das Weimarer Theater besucht, diskutiert und sich der Herausforderung gestellt, selber Theater zu machen.
Für mich hat sich nun aus all den vergangenen Stunden ein Zielgedanke herauskristallisiert: Unser Theater ist kein Ort der ganz großen Illusionen, sondern ein Ort, der sich in seiner ganzen Dimension dieser Stadt zu öffnen versucht. Das Deutsche Nationaltheater ist eines der imposantesten Symbole Weimars für die Weimarer Klassik, aber auch ein Ort, an dem Menschen jeglicher Herkunft und Gesinnung zusammenkommen können. Ich verstehe nun unsere Präsenz auf der Bühne als unseren ersten Schritt in Richtung eines neuen Dialogs mit dem Theater.
Kreativität und kulturelles Engagement sind gesellschaftliche Elemente, die einer ständigen Bewegung ausgesetzt sind, die Impulse aus ihrem Umfeld aufnehmen, aber auch an ihr Umfeld weiterreichen. Dieser Flüssigkeit der Dinge ein Kanalsystem zu bauen, ohne ihr ein festes und vorgefertigtes Ende zu geben, ist die momentane Arbeit aller Beteiligten des Projekts. Das Ziel dabei ist, einen Prozess anzuregen, der über den eigentlichen Theaterabend hinaus wirken soll. Den Dialog zu suchen und zu führen, wird gemeinsame Möglichkeit, aber auch gemeinsame Aufgabe von Bühnenakteuren und Gästen der Vorstellungen sein. Konfrontationen und Konflikte aus dem Weimarer Alltag, wie zum Beispiel die Skaterproblematik auf dem Theaterplatz, das Aufstreben junger Künstler aus dem öffentlichen Raum, Weimarer soziale Realitäten uvm. werden durch die Beteiligten des Projektes thematisiert. Welche Impulse von jenseits der Bühne kommen werden, erwarten wir mit Spannung.
Artikel verfasst von Lucian Patermann, Beteiligter des Projekts

homepage | service@nationaltheater-weimar.de

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