monochrome ARTikulationen
Die neue Ausstellung in der Galerie des C. Kellers befinden wir für mehr als empfehlenswert. Manfred Unterweger (Stuttgart) zeigt Auseindersetzungen mit den dunklen Nuancen unseres Umfeldes und entführte zumindest mich in einen von Erinnerungen getränkten, kontemplativen Moment.
” Um manche fundstücke ist mitunter tief gegraben worden, um ihren wert an die oberfläche zu holen und ins rechte licht setzen zu können.
Für die arbeiten des stuttgarter künstlers manfred unterweger war das gute und verwertbare offenbar naheliegender, um auf jene ausgangsmaterialien zu stoßen, die nach ihrer künstlerischen verdichtung zu seinen ausdrucksstarken objekt- und materialbildern führten.
Die natur, verwaiste industrieareale, schrottplätze bieten herberge für allerlei stofflichkeiten, die durch komposition mit weiteren armen materialien wie filz. zement, wachs, heizkohle einen ganz und gar anderen stellenwert erhalten als zuvor.
Wenn es dem betrachter der bilder wie segen stiftendes recycling vorkommen mag, so ist es dem künstler ein anliegen, das augenmerk ebenso auf den sorglosen umgang mit der natur wie auf die verschwendung von ressourcen zu lenken. Wie auch anders wäre nämlich, wie in seiner arbeit ‚ZEN’, ein garten voller schnecken tolerabel.
Die ergebnisse der inszenierten bearbeitung seines fundus’ zu ‚monochromenARTikulationen’ positionieren sich allesamt jenseits der lieblichkeit farbenfroher bilderwelten.
Eine düstere handschrift, vorwiegend in schwarz-grau, wirkt im gros der bilder wie zum beispiel in ‚MACHINE NO. 1′, ‚VERBRANNTE NAMEN’, ‚KYPHOSE’, bei denen jedes leben aufs erste verbannt zu sein scheint. Hier geht es nicht mehr um einen todeskampf, denn der ist längst vorbei und alles blut ist verronnen, sondern um die haltbarmachung jenes stillen, würdevollen moments, der sich ihm anschließt. Wer in dieser situation aber zumindest ein dämonisches augenzwinkern als letzte mindesterwartung an ein lebenssignal erhofft, wird sich angesichts des dargebotenen womöglich im nichts verlieren.
Was den meisten bildern gemein zu sein scheint, ist die durchgängige einhaltung eines sehr ästhetischen, stilvollen ausdrucks, der zum einen faszination oder berührende schönheit, zum anderen, in anbetracht vorkommender ernsthaftigkeit, ehrfurcht auszulösen vermag.
Doch auch frivoles ist auszumachen – natürlich – bevor anzunehmen wäre, der künstler könne seine für ihn persönlich charakteristische heiterkeit über die künstlerische transkription verleugnen. Um dem nachzuspüren empfehlen sich seine arbeiten ‚STRUMPFTROCKNER’ oder ‚TEE-LE-VISION’.”
| andres segger |
C. Keller | Markt 21 | Weimar
Galerie mit Gastro täglich geöffnet von 13:00 – 02:00
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